Kennen Sie das auch? Plötzlich haben Sie im einen handfesten Konflikt und niemand weiß wie eigentlich dazu gekommen ist. Der Gründe für den Konflikt erscheinen lächerlich. Und dennoch reagieren alle Beteiligten emotional oder sind gekränkt.

Für mich immer der Hinweis, dass es ein Thema hinter dem Thema gibt. Doch dazu später mehr. 

Hier meine TOP 7 Konflikte, die man nur mit ganz viel Humor ertragen kann.

  1. Toilettenpapierrollen-Konflikt.

Warum soll ich immer das Toilettenpapier auffüllen, den Kaffee kochen oder die Spülmaschine leerräumen? Das „Immer ich!“-Phänomen. Gefühlt ist immer die Kaffeekanne genau dann leer, wenn ich in die Teamküche komme oder die leere Toilettenpapierrolle ist mal wieder nicht ausgewechselt. Dabei sind es häufig nur ein paar Handgriffe. Ein paar Handgriffe in der Arbeitszeit, die es in solchen Situationen bräuchte und dazu auch noch bezahlt werden. Kein Wunder, dass diese Phänomene im Kollegenkreis nicht selten sind.

  1. Schimmeljoghurt im Kühlschrank.

Ich sehe es, fühle mich aber nicht zuständig. Jeder schaut weg. Ein Privatgut im Allgemeingut eben. Wer vergreift sich schon an privaten Dingen, die nicht weniger als drei Monate abgelaufen sind, einen offenen Deckel haben und auf denen sich eine grau-grünliche Schimmelschicht unübersichtlich ausbreitet. Stimmt. Es wäre einfach zu viel verlangt das Ding anzupacken, mit dem Fuß den Deckel des Mülleimers zu öffnen und dann das Objekt wegzuwerfen. Stattdessen ist es eine doch viel bessere Lösung das eigene Mittagessen dazuzustellen und sich Tag ein, Tag aus darüber aufzuregen.

  1. Wir haben uns alle lieb, …

… solange wir nicht zusammenarbeiten müssen. Das was auf Führungsebene häufig durch wegloben gelöst wird, endet auf operativer Ebene häufig mit einer Art der Arbeitsverweigerung. Für „Problemkollegen“ werden Sonderprojekte gesucht, damit störende Mitarbeiter ja nicht nerven. Sie werden arbeitstechnisch aus dem Weg geräumt oder wegorganisiert. Das was anfänglich nach einer guten und leichten Lösung klingt, fällt dem Team spätestens auf die Füße, wenn kein neuer Arbeitsbereich mehr da ist.

  1. „Chefs-Liebling“ nervt.

Egal in welchen Kontexten wir uns bewegen – Familie, Kindergarten, Freundeskreis, Schule – merken wir schnell, dass es da immer die Einen gibt, die etwas besser, netter oder beliebter sind. Soweit so gut. Doch was ist, wenn der Chef genau diese Menschen auch noch fördert? Seine persönlichen Lieblinge bevorzugt und Sie einfach zu kurz kommen? In diesen oder ähnlichen Situationen kommen dann bei Teammitgliedern nicht selten Emotionen wie Wut, Neid, Traurigkeit oder Missgunst hoch. Chefs-Liebling wird nicht selten zum Hassobjekt im Team. Und sind wir ehrlich … wenn es dann auf die gemeinsame Suche nach einer Konfliktlösung geht, wer würde dann gerne zugeben, dass es genau um dieses Thema geht? Die meisten nicht. Weitere Emotionen wie beispielsweise Scham oder Schuld kommen hoch. Es wird zu einem Tabuthema und damit nicht auflösbar.

  1. Wer einmal lügt,

… dem glaubt man nicht, auch wenn man ihm eine neue Chance verspricht. Das mit den Versprechen ist immer so eine Sache. Auch wenn sich viele einen Neuanfang wünschen und einem emotionalen „Schnitt“ zustimmen, funktioniert es leider im Alltag häufig nicht. Mit den Vorerfahrungen im Gepäck sitzt die Enttäuschung einfach zu tief, um noch einmal bei Null anzufangen.

  1. Chaotische Führung.

Wie sag ich meinem Chef, dass er durch seine Art und Weise, seine Macken oder Verhaltensweisen das Team zum Straucheln bringt? Eine schwierige Frage.

Das was für Außenstehende schnell sichtbar wird, ist intern nur schwer zu vermitteln, wenn das Selbstbild des Chefs abweicht von dem was für alle wahrnehmbar ist. Was tun, wenn der Chef sich für einen sehr gut strukturierten Chef hält, aber im Alltag wie ein kopfloses Huhn von A nach B läuft obwohl er noch bei C etwas mitnehmen wollte. Chaos im Kopf, Chaos im Fühlen, Chaos im Handeln führt immer auch zu Chaos im Team. Ohne Ausnahme.

  1. „Ich will aber auch mal.“

Besonders schmunzeln muss ich, wenn sich Teammitglieder um Aufgaben streiten, die im Normalfall niemand freiwillig übernehmen würde. Um Aufgaben, die so angenehm sind wie Fußpilz. Ganz konkret denke ich hier beispielsweise an die Dienstplangestaltung. Die Höchststrafe für Führungskräfte, doch für Teammitglieder ein Zeichen von Macht und Partizipation. Kritisch wird der Emotionslevel im Team, wenn diese Aufgaben nicht „gerecht“ geteilt oder abgewechselt werden. Statt sich entspannt zurück zu lehnen und dankbar zu sein, dass diese Aufgabe nicht erledigt / übernommen werden muss, beginnt der teaminterne Wettbewerb um diese Aufgaben.

Diese und ähnliche Alltagssituation werden mir häufig von Teams in Teamsupervision, Teamcoaching oder Mediation geschildert.

Eigentlich geht es gar nicht um den Joghurt. Die Themen dahinter sind viel komplexer.

Vorwürfe wie…

  • Niemand hat das Große und Ganze im Blick.
  • Niemand traut sich Entscheidungen zu treffen und sei es einfach mal den abgelaufenen Joghurt wegzuwerfen.
  • Niemand traut sich laut anzusprechen was bei uns im Team nicht „rund läuft“.
  • Jeder geht den Weg des geringsten Widerstandes.
  • Jeder sieht bewusst weg.
  • Jeder ist so mit sich beschäftigt, dass das Gemeinsame im Team zu kurz kommt.

Ziemlich heftige Vorwürfe, die verletzen und kränken können.

In solchen Situationen ist es manchmal leichter sich am Joghurt eine Weile „abzuarbeiten“ anstatt direkt mit den Themen dahinter einzusteigen.

Was haben alle diese Konflikte gemeinsam? Vielleicht, dass Sie NICHT unter die Kategorie „leicht lösbare Konflikte“ fallen?

Da gibt es aber noch mehr…

  1. Es bräuchte sie nicht, aber die Erfahrung zeigt, dass es sie immer wieder gibt.
  2. Es sind Konflikte, über die man nur schwer ins Gespräch kommt.
  3. Die Themen hinter dem was sich zeigt, sind zwar menschlich verständlich, aber nicht wirklich populär, um darüber zu sprechen.
  4. Das Gefühl von Schuld oder Scham verhindert häufig, dass eine Klärung möglich ist.
  5. Es gibt keine Klärung nur auf der Sachebene. In diesen Konflikten spielen Emotionen oder Beziehungen immer eine große Rolle.
  6. Es gibt in diesen Fällen keine Standardlösung oder immer wirksame Empfehlung.

Denken Sie jetzt, dass es sich um unlösbare Konflikte handelt?

Hier kann ich Sie beruhigen. Manchmal braucht es aber einfach mehrere Ansätze – etwas Geduld – um eine gute Lösung für alle Beteiligte zu finden. Und manchmal gibt es auch eine kleine „Ehrenrunde“ bei den getroffenen Vereinbarungen, d.h. es ist noch einmal mit einem kleinen Rückfall in alte Verhaltensmuster zu rechnen.

Mein bester Tipp für Sie am Ende:

Wenn Sie merken, dass Sie einen dieser „besonderen“ Konflikte haben, sprechen Sie Ihre Hypothesen über das Thema hinter dem Thema offen an. Bleiben Sie ruhig und sachlich. Auch wenn es Ihnen schwer fällt, achten Sie auf eine wertschätzende Kommunikation. Idealerweise vereinbaren Sie bereits präventiv, ohne dass es einen konkreten Konflikt gibt, dass Sie im Team alles offen ansprechen dürfen. Nur wenn Sie wissen was Ihr Gegenüber, Ihr Team oder die Führungskraft bewegt, können Sie verstehen. Verstehen was notwendig ist um den Konflikt wirklich nachhaltig zu lösen.

Wenn gar nichts mehr geht… versuchen Sie es mit Humor. Manchmal braucht es in Konflikten eine Menge davon. 

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