Warum es wichtig ist sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, aber darauf zu achten, was einem wichtig ist.

Wer mit mir arbeitet, mir folgt oder mich persönlich kennt, weiß wie wichtig es mir ist auf Grenzen zu achten und andere dafür zu sensibilisieren.

Meinen Klienten im Coaching oder Supervision klingeln regelmäßig die Ohren, wenn ich davon spreche, dass es wichtig ist auf sich zu achten.

Einige wenige Beispiele:

  • Pausen zu machen
  • als Angestellte eigene Karriereziele zu definieren
  • als Selbstständige nicht immer selbst und ständig zu arbeiten
  • als Eltern mal wieder die Zeit mit dem Kind zu genießen anstatt konstant an die noch nicht erledigten Dinge im Beruf oder Business zu denken

In all diesen Punkte achte ich auch auf mich. Manchmal. Mal gelingt es mir besser, mal schlechter. Ich arbeite an mir. Jeden Tag.

Die andere Aussage „sich selbst nicht so wichtig zu nehmen“ ist für mich etwas anderes.

Etwas was in meiner Arbeit ganz wichtig und hilfreich ist.

Je mehr ich mich auf ein Team, Klienten oder Konfliktparteien einlassen kann und mich als Person herausnehme, desto leichter gelingt es mir mein Gegenüber zu verstehen und wertschätzend nachzuhaken.

Haltung zeigen, nachfragen & Feedback geben.

Meine Haltung:
Widerstand, Ängste, Angriffe haben zuerst einmal nichts mit mir persönlich zu tun. Sie zeigen mir lediglich, dass mein Gegenüber aktuell (noch) keine andere Handlungsstrategie hat, um mir seine Gedanken oder Bedürfnisse mitzuteilen oder haben vielleicht auch ihre Berechtigung. Es gibt einen “guten Grund“ so zu reagieren.
Gehe ich jedoch in die Bewertung und sehe es als einen Angriff gegen mich, dann ist ein guter, gemeinsamer Dialog schon (fast) gar nicht mehr möglich.

Wenn ich in einer solchen Situation bin und diese Haltung bei meinem Gegenüber wahrnehme, dann thematisiere ich es offen.

  • Was bewegt mich?
  • Habe ich richtig verstanden, dass …?
  • Was macht seine Haltung mit mir?
  • Warum ist es mir wichtig, dass offensiv anzusprechen?

Bisher habe ich immer die Erfahrung gemacht, dass wenn ich in einer offenen und ehrlichen Art nachfrage und dadurch meinem Gegenüber vermitteln kann – es interessiert mich was Du zu sagen hast – dann entwickelt sich ein guter Dialog.

Häufig merken Menschen erst durch unsere Rückfrage, dass ihre Reaktion etwas schräg und unpassend war.

Was mir persönlich hilft in diesen Situationen ruhig und gelassen zu bleiben ist mein großes Herz, mein Humor und natürlich auch meine rosa-rote Brille, die hin und wieder zum Einsatz kommt.
Vielleicht haben Sie aktuell einen kleinen Konflikt mit einer Kollegin oder dem Chef, der Nachbarin oder den Briefträger.

Ich möchte Sie mit diesem Artikel einladen Ihrem Gegenüber noch eine zweite Chance zu geben. Gehen Sie auf die Suche nach dem „guten Grund“. Falls Sie ihn nicht finden können, haben Sie immer noch Zeit miteinander zu streiten.

Konflikte lösen sich nur gemeinsam, aber den ersten Schritt kann immer nur einer tun.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine konfliktfreie Woche.

Herzliche Grüße
Eva Scheuba