Bereits kurz nach dem Jahreswechsel sind die guten Vorsätze für weniger Stress und Wünsche für das neue Jahr 2016 schon wieder vergessen. Doch warum ist das so?

Vielleicht weil es in Zeiten von 24-Stunden-Erreichbarkeit, Telekommunikationsterror, Facebook-Freunden und E-Mail-Informationsfluten immer weniger persönliche Kontakte gibt. Vielleicht auch, weil es immer schwerer wird diese virtuelle Welt zu kontrollieren. Vielleicht waren die Ziele für das neue Jahr auch einfach zu ambitioniert oder viel zu hoch gesteckt. Bildlich gesprochen eine Stress-Vollbremsung von 100 auf 0. Manchmal scheitern die guten Vorsätzen auch daran, dass keine „Ehrenrunde“ eingeplant war und das erstmalige Versagen (Rückfall in alte Verhaltensmuster) als ein Versagen auf ganzer Linie gewertet wird.

Ich denke die Ursachen sind vielfältig und individuell sehr unterschiedlich.

Im Systemischen Gesundheitscoaching nimmt der Wunsch nach weniger Stress (Stressreduktion / Burnout-Prävention) bei meinen Kunden einen großen Raum ein. Die eigentliche Kernfrage nach dem richtigen Umgang mit dem Stress (der individuellen Bewertung) wird ersetzt durch den Wunsch die Stressoren abzuschaffen bzw. loszuwerden. Der Gedanke hinter der Idee ist verständlich. So ist es doch vermeintlich viel leichter einen Teil der Verantwortung für den eigenen Stress an Dritte abzugeben als an den eigenen Einstellungen, Mustern und Bewertungen zu arbeiten oder Interventionen zur Entspannung konsequent zu üben.

Doch was passiert, wenn dieser durch externe Faktoren verursachte Stress, seien es gesetzliche Fristen und Termine im Arbeitskontext oder Druck durch familiäre Verpflichtungen einfach nicht zu reduzieren ist. Oder schlimmer noch… sich Stressoren sogar aktiv weigern aus dem eigenen Umfeld zu verschwinden?

Oft bleibt in diesen Situationen ein ungutes Gefühl des Scheitern zurück, wenn der Stress nicht auf Knopfdruck ein- oder ausgeschaltet werden kann.

Ich möchte Ihnen eine andere Art des Denkens anbieten…

Wie wäre es, wenn Sie Ihren Stress einfach noch eine Weile behalten?

Welche Nutzen hätte das für Sie?

Vielleicht denken Sie jetzt „Das geht ja gar nicht.“ Kein Problem. Dennoch möchte ich Sie ermutigen und einladen sich zu erlauben diesen Gedanken fertig zu denken.

Vielleicht tut es Ihrem Stress auch gut, wenn er die Aufmerksamkeit und Wertschätzung erfährt, die er verdient.

In der Vergangenheit wurde Stress nur als Belastung für Gesundheit und persönliche Entwicklung betrachtet – verbunden mit der Gefahr des Scheitern. Immer häufiger rückt auch eine zweite – andere – Facette des Stresses in den Mittelpunkt der Wahrnehmung.

Ohne das Erleben und die Erfahrung von Stress und Belastungen gäbe es auch keinen Anreiz für individuelle Veränderung und die Lust etwas Neues auszuprobieren. Wenn Sie sich einen positiven Blick auf Ihren Stress erlauben möchten, kann gerade dieser Stress Ihre Entwicklung vorantreiben und ermöglichen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für 2016 den Stress den Sie sich gönnen möchten…

Eva Scheuba

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